150 Jahre Stadtmission Winterthur

Die Stadtmission feierte am 3.September zusammen mit der Iglesia Hispana ihr 150-Jahr-Jubiläum. Zu dem zweisprachigen Gottesdienst mit dem Thema „Was ist Heimat?“ kamen über 150 Personen. Deswegen wurde eine Videoübertragung ins Parterre angeboten.

Viele Menschen haben in der Stadtmission eine Heimat gefunden. Wegen dieser festen Verbundenheit hatte man auch in schwierigen Zeiten nie einen Schlußstrich gezogen. Die Stadtmission ging 1867 aus einem von der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich gegründeten Bezirksverein Winterthur – Andelfingen hervor. Sie entfaltete rasch eine umfangreiche Tätigkeit, wobei sich besonders Stadtrat Jakob Goldschmied hervortat. Es kam u.a. zur Gründung des Evangelischen Krankenpflegevereins (heute: Evangelische Spitex) und der Freien Schule. Vor 60 Jahren begann Pfarrer Hansjürg Zimmermann mit dem Angebot fremdsprachiger Gottesdienste und initiierte die Telefonseelsorge (heute: Die Dargebotene Hand Winterthur-Schaffhausen-Frauenfeld – Telefon 143). Stadtpräsident Michael Künzle würdigte in seinem Grusswort das soziale Engagement der Kirchen und Freikirchen in Winterthur. Deshalb sei es auch gerechtfertigt, wenn die Stadt Winterthur zur Verfügung stehende Räumlichkeiten mietet.

Kirchenratspräsident Pfarrer Michel Müller sprach in seiner Festpredigt über das Schicksal der Ruth im Alten Testament. Er wies darauf hin, dass niemand seinen Geburtsort selbst wählen kann. Aber „Jesus Christus macht mich frei, mein Schicksal zu gestalten. Heimat kann gestaltet werden, verändert werden. Ich bin nicht ohnmächtig, sondern im Gegenteil, ermächtigt dazu, aus dem Leben etwas zu machen. … Heimat ist dann nicht nur dort, wo ich geliebt werde, sondern auch dort, wo ich liebe. Und das kann jeder: lieben. Ob er den Fremden liebt, der hierher kommt, oder den Einheimischen liebt, der schon immer hier war. In Gott, der uns liebt, und der uns die Kraft zu lieben schenkt, sind wir daheim.“

Der abwechslungsreiche Gottesdienst wurde von Pfarrer Alfredo Diez ausgezeichnet übersetzt. Musikalisch umrahmt wurde er von Juan Giné an der Orgel, der spanischen Lobpreisgruppe und einer jungen Violinistin. Am Schluss sangen die Kinder der spanischen Sonntagsschule mit grünen Luftballons in der Hand das Lied „Unter dem Schirm des Höchsten“. Auf dem Neumarktplatz war ein feiner Apéro gerichtet. Die Sonne kam zum Vorschein. 150 Ballone mit dem Bild des Vereinshauses flogen dem Himmel entgegen.
Autor: Gottfried Schill